Vita
Imra Henseleit hat nach dem Bachelor Waldorfpädagogik an der Freien Hochschule Stuttgart (2017-2020) den Master of Arts Pädagogik mit der Ausbildung zur Klassenlehrerin an Waldorfschulen im Jahr 2023 an der Alanus Hochschule (Alfter) abgeschlossen. Seit 2023 arbeitet Frau Henseleit als Klassenlehrerin an der Freien Waldorfschule Köln.
Forschungsprojekt
Imra Henseleit promoviert zum Thema „Erzählen an Waldorfschulen. Eine systematische Analyse im Kontext superdiverser Gesellschaften“ bei Prof. Dr. Michael Zech (Alanus Hochschule) und Prof. Dr. Tina Hartmann (Universität Bayreuth). Das Dissertationsprojekt wird seit Januar 2026 durch das Graduiertenkolleg gefördert.
Im Zentrum der Dissertation steht die Frage, welche Möglichkeiten das Erzählen für die Unterrichtsgestaltung und damit schließlich für die Lern- sowie Individuationsprozesse der Schüler:innen an Waldorfschulen bietet. Zur Beantwortung dieser Frage werden zunächst Ziele und Gestaltungsprinzipien des waldorfpädagogischen Unterrichtes zusammengefasst. Anschließend wird unter verschiedenen Perspektiven auf die Methodik und Didaktik des Erzählens als Teil der Waldorfpädagogik geblickt. Über die Auseinandersetzung mit der Methode des Erzählens hinausgehend soll anhand von konkreten Beispiel-Erzählungen erörtert werden, welche Impulse sie den Schüler:innen durch ihre Inhalte geben können. Sowohl bei der Betrachtung der methodischen wie auch der inhaltlichen Ebene wird mit in den Blick genommen, dass die Schüler*innen in zunehmend diversifizierten Gesellschaften aufwachsen. Mithilfe der Perspektive der Superdiversität, welche die komplexe Verschränkung verschiedener Identitätskategorien berücksichtigt, kann die Vielfalt der Schüler:innen und ihrer Lebensumstände in den Blick genommen werden und in die methodisch-didaktische Analyse des Erzählens sowie der Inhalte verschiedener Geschichten einfließen. Zur Analyse einzelner Geschichten wird die Methode des Queer Readings verwendet, um durch heteronormative Perspektiven verborgene Potenziale tradierter Geschichten sichtbar zu machen. Diese Analyse der tradierten Geschichten aus der Perspektive des Queer Readings soll Schwerpunkt des Dissertationsprojekts sein. So wird das Themenfeld Erzählen an der Waldorfschule in seinen Möglichkeiten und Zielen untersucht und die Frage beantwortet, wie Lehrer:innen mithilfe einer erweiterten Perspektive auf den deutschen Waldorf-Erzählkanon Schüler:innen auf ihrem Lebensweg in superdiversen Gesellschaften unterstützen können