Vita
Anastasiia Tsei hat 2023 einen Bachelor in Pädagogik und Psychologie an der Staatlichen Pädagogischen Universität in Moskau und 2025 den Master of Science in Erziehungswissenschaften (Pädagogik und Psychologie) an der Universität Fribourg (CH) abgeschlossen. Neben ihrer Promotion arbeitet Frau Tsei als psychologische Beraterin.
Forschungsprojekt
Anastasiia Tsei promoviert zum Thema „Theoretical and Empirical Aspects of Neuro-Mental Correlation within Rudolf Steiner’s Conception of the Human Being“ bei Prof. Dr. Johannes Wagemann (Alanus Hochschule). Das Dissertationsprojekt wird durch das Graduiertenkolleg Waldorfpädagogik seit Juni 2026 gefördert.
Ziel des Dissertationsprojekts ist die neurophänomenologische Untersuchung der Beziehung zwischen präreflexiven mentalen Mikroaktivitäten und neuronaler Mikrodynamik ohne Reduktion auf affektive oder rein funktionale Beschreibungen. Theoretischer Ausgangspunkt ist Rudolf Steiners Erkenntnistheorie und deren methodische Weiterentwicklung in der Strukturphänomenologie (Witzenmann) sowie im strukturphänomenologischen Konzept der Gehirn-Bewusstseins-Korrelation (Wagemann). Steiners Begriffe von Sympathie und Antipathie werden als konstitutive Aktivitätspolaritäten verstanden, die Integrations- und Differenzierungsprozesse der Wahrnehmung strukturieren. Empirisch wird eine ERP-Studie mit visuellen und auditiven Paradigmen bistabiler Wahrnehmung und strukturierten Erst-Person -Berichten durchgeführt. Untersucht wird, ob unterscheidbare mentale Mikroaktivitäten (z.B. Abwenden, Hervorbringen, Zuwenden und Stabilisieren) systematisch mit ERP-Komponenten und zeit-frequenten Signaturen der Aufmerksamkeitsselektion und perzeptiven Reorganisation korrespondieren. Das Projekt präzisiert die neurophänomenologische Methodik, formuliert ein nicht- reduktives Korrelationsmodell im Leib-Seele-Problem und bestimmt die Sympathie-/Antipathie -Polarität als Dynamik von Lernen und Begriffsbildung in der Waldorfpädagogik.